AVANTEC Know-how
Wie Hacker vorgehen, Teil 1
Dies
ist der erste Teil unserer Artikelserie über Hacking. Das Ziel ist,
dass Sie als System-Administrator mehr Verständnis haben für die
möglichen Vorgehensweisen von Hackern rsp. Crackern und so die
Schwächen des eigenen Netzwerks besser erkennen und entsprechend
handeln können. Dieser Artikel soll Sie jedoch in keiner Weise
ermuntern, diese Informationen zu nutzen, um in fremde Systeme
einzudringen.
Wer sind die Hacker?
Die
Bandbreite von Hackern über bösartige Hacker bis zu Crackern ist sehr
gross, ebenso wie die Vielfalt der Beweggründe eines potentiellen
Angreifers. Diese Angriffe können sowohl von Kids erfolgen, die es als
intellektuelle Herausforderung ansehen, Lücken in fremden Systemen
auszunutzen, ohne Schaden anzurichten, oder aber von Crackern, deren
Ziel die Zerstörung von Daten ist. Ein anderes Ziel verfolgen
Wirtschaftsspione bzw. die Konkurrenz, die sich für ganz spezifische
Informationen interessieren und möglichst keine Spuren hinterlassen
wollen (bei einer grossen öffentlichen Ausschreibung kann es
beispielsweise sehr interessant sein, zu wissen, was die Konkurrenz
geboten hat). Des Weiteren können Angriffe natürlich auch von intern
kommen, beispielsweise von unzufriedenen oder aber ehemaligen
Mitarbeitenden, die böswillig Daten manipulieren. Und nicht zu
vergessen sind die versehentlichen, nicht bösartigen Hacks: wo wurden
nicht schon unabsichtlich Daten gelöscht oder Einstellungen auf einem
Server manipuliert? Meistens geschieht dies firmenintern, ist aber
sogar auf dem Internet möglich: mittels raffinierter
Search-Engine-Abfrage lassen sich beispielsweise ungeschützte phpMyAdmin Seiten finden.
Häufige Angriffsmethoden
Hier einige der möglichen Angriffsszenarien:
Fehlkonfigurationen: Eine der häufigsten Angriffsmethoden ist die
Ausnutzung von fehlerhaft konfigurierten Firewalls, Routern und
Servern. Gegenmassnahmen: Korrekte Konfiguration und diese auch
regelmässig überprüfen.
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Softwarefehler:
Weitere häufige Angriffsmethoden erfolgen über Software-Bugs auf
Applikationsebene, indem z.B. ein Buffer-Overflow gezielt genutzt wird,
um den eigenen Code auszuführen. Da diese Angriffe lediglich erlaubte
offene Ports benutzen, sind auch korrekt konfigurierte Firewalls
machtlos. Gegenmassnahmen: Immer die neusten Releases einspielen
(Webserver, Mailrelay, DNS etc.), siehe auch http://www.securityfocus.com sowie IDS (Intrusion Detection Systeme).
-
Viren/Trojaner:
Ein versehentlich nicht erkannter Trojaner kann vertrauliche
Informationen, Passwörter etc. nach aussen senden, ohne dass der
Benutzer davon Kenntnis nimmt. Gegenmassnahmen: Dreistufige
Antiviren-Software (beim Internet-Gateway, auf Mail/Fileservern und auf
dem Desktop) für smtp, http und ftp mit regelmässig aktualisierten
Patternfiles.
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Remote
Access: Ein fehlerhaft konfigurierter oder schlecht geschützter
Fernzugriff via Dialup oder VPN kann ausgenutzt werden.
Gegenmassnahmen: Korrekte Konfiguration, sichere Passwörter oder noch
besser sichere Authentisierung mit Zertifikaten auf Smartcard oder
USB-Token.
-
DoS
(Denial of Service) rsp. DDoS (Distributed DoS) Attacken: ein Server
wird mit gezielten Massnahmen mit Anfragen überflutet, sodass die
Antwortzeit so weit absinkt, dass der Server faktisch ausser Betrieb
ist. Gegenmassnahmen: Schwierig, bestenfalls weltweit verteilte
Serverfarmen.
-
Social
Engineering: Clever getätigte Anrufe eines vermeintlichen Benutzers
beim Helpdesk („Ich hab mein Passwort vergessen, können Sie mir ein
neues geben?" ist dabei nur die simpelste Variante) oder aber eines
vermeintlichen Helpdesks beim Mitarbeitenden, allenfalls noch unter
Verwendung des Namens des Administrators, der unter Whois oder auf der
Homepage gefunden wurde („Hier Huber vom IT, wir hatten Hacker im
System und sollten überall neue Passwörter definieren, ich mach das
gleich für Sie, wie lautet Ihr altes Passwort?"). Auch haben Benutzer
schon E-Mails erhalten mit der gespooften Absenderadresse des
Administrators und der Aufforderung, das Passwort auf einen speziellen
Wert zu setzen. Gegenmassnahmen: Alle Mitarbeitenden entsprechend
instruieren.
Die 4 Schritte des Hacking resp. Cracking
Ein geplanter Angriff besteht oft aus den folgenden 4 Schritten:
1. Erkundungen einholen
2. Schwachpunkt finden und System angreifen
3. Vollen Systemzugriff erlangen und Tat ausführen
4. Alle Spuren verwischen
1. Erkundungen einholen
Alleine
durch das Abfragen von öffentlich zugänglichen Quellen auf dem Internet
kann ein potentieller Angreifer sehr viele Informationen sammeln:
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Allgemeine Firmendaten finden sich beispielsweise im Handelsregister (www.zefix.ch) und natürlich auf der Homepage.
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Kontaktinformationen
zur Domain finden sich über eine Whois-Abfrage, inklusive
E-Mail-Adresse des Administrators, denn oft ist der Username für ein
Systemlogin identisch mit dem Teil der E-Mail-Adresse vor dem
@-Zeichen. Telefon-/ Faxnummern des Administrators wurden früher auch
verwendet als Ausgangsnummer für sogenannte Wardialers, d.h. Programme,
die per Modem ganze Nummernbereiche systematisch anwählen, um offene
Modems zu finden.
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Viele Informationen sind auch über eine DNS-Server-Abfrage zu erfahren. Ein nslookup und ein Zonentransfer ls -d domain zeigt
nicht nur eine Liste aller öffentlich zugänglichen Server, sondern
teils auch Intranet- rsp. Extranet-Hosts. Tip: Split-DNS verwenden rsp.
separaten internen Domain, Zonentransfers einschränken auf Secondary
Nameserver (obwohl mit Reverse Lookup jeder IP-Adresse eines Netzes
ebenfalls viel Information verfügbar wird).
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Der Angreifer kennt nun viele öffentliche Server und mittels traceroute
kann nun schon eine grobe Topologie der Borderrouter, der Firewall und
der DMZ skizzieren. Tip: ICMP und UDP Verbindungen limitieren, um die
Angriffsfläche zu minimieren.
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Um
an E-Mail-Adressen und somit mögliche Login-Namen zu kommen, werden
auch Group Search Engines verwendet, um in Foren nach Nachrichten von
Mitarbeitenden des Unternehmens zu suchen (z.B. wird unter
groups.google.com nach @firma.com gesucht).
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Über Whois
kann auch festgestellt werden, für welche andern Domains ein Nameserver
authoritativ ist, rsp. für welche weiteren Domains ein bekannter
Contact-Handle zuständig ist. Diese Information wird auch benutzt, um
sich als Mitarbeitender des andern (Partner-) Unternehmens auszugeben.
Alle
obigen Daten wurden also durch öffentlich zugängliche Informationen
gefunden, ohne dass illegale Schritte oder spezielles Hacker-Know-how
nötig gewesen wären.
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