AVANTEC Know-how
Wie Hacker vorgehen, Teil 2
Wie wir im 1. Teil dieser Artikelserie im Newsletter IT-Security INSIDE 1/2003 (rsp. auf www.avantec.ch/hacker1)
gesehen haben, besteht ein geplanter Angriff oft aus den folgenden 4
Schritten: 1. Erkundungen einholen, 2. Schwach-punkt finden und System
angreifen, 3. vollen Systemzugriff erlangen und Tat ausführen, 4. alle
Spuren verwischen. Dieser Teil behandelt nun Port Scanning und
OS-Erkennung.
Port Scanning
Unter
Port Scanning versteht man den automatischen Verbindungsaufbau auf TCP-
und UDP-Ports eines Netzwerk-bereichs. Das Resultat zeigt an, welche
Rechner in Betrieb sind und welche Services darauf laufen rsp. auf
welchem Port ein Service Anfragen empfangen kann. Dies ermöglicht, die
laufenden Applikationen und teils auch das Be-triebssystem
festzustellen (z.B. Port 80 offen: http-Server, Ports 137-139 offen:
Windows Filesharing).
Bei
einem Port Scanner wird üblicher-weise eine IP-Adresse rsp. ein
Adress-Bereich eingegeben sowie die zu scannenden Ports: Entweder alle
65'535 Ports, was sehr lange dauern kann, oder aber nur ein Subset
davon mit den bekannten Ports. (Eine umfangreiche Liste der bekannten
Ports finden Sie auf support.avantec.ch unter Toolbox).
Verschiedene
Typen von Scannern werden von Hackern eingesetzt. Die jenigen Scanner,
die komplette TCP Verbindungen aufbauen (Syn, Syn/Ack, Ack) sind
relativ einfach durch das Zielsystem detektierbar, weshalb es Scanner
gibt, die nur halbe Verbindungen aufbauen, um gewisse IDS (Intrusion
Detection Systeme) zu täuschen. Wieder andere Scannermethoden können es
dem Angreifer ermöglichen, herauszufinden, ob die Firewall ein simpler
Paketfilter ist oder eine Stateful Inspection Firewall. Ein bekannter
Scanner für Linux ist nmap und für Windows SuperScan für TCP rsp. WUPS für UDP.
Schwieriger
zu detektieren sind verteilte Scans von verschiedenen PCs aus, die
zudem noch langsam ablaufen und mit nicht aufsteigenden Ports, sondern
zufällig gewählten. Aber auch diese Scanner können detektiert werden
von IDS wie beispielsweise ISS RealSecure oder Snort.
Empfehlenswert ist selbstverständlich, alle nicht benutzen Dienste
auszuschalten. Zudem sollten auf der Firewall die ICMP rsp. UDP Ports
so unterbunden werden, dass keine einkommenden Ping- rsp.
Traceroute-Anfragen möglich sind (sehr einfach mit Stateful ICMP unter
Check Point NG). Auch können interne Dienste auf nicht-standard Ports
verlegt werden, um Angreifer zu täuschen. Sie sollten sich jedoch auch
nicht zu sehr von detektierten und blockierten Port Scans auf Ihr
System beunruhigen lassen, da die meisten Netzwerke täglich mehrfach
gescannt werden, jedoch noch keinen Schaden anrichten.
Erkennung des Betriebssystems
Sehr
wichtig für den Hacker ist das Feststellen des Betriebssystems, da die
nachfolgenden Schritte davon abhängig sind. Das OS kann teilweise
erkannt werden aufgrund der spezifischen Ports oder aber auf
Applikationsebene. Eine simple Telnet-Verbindung auf einen offenen Port
kann beispielsweise folgende Resultate liefern: 220-InterScan VirusWall Version 3.7-Build_Linux_1190 oder aber Server: Apache/2.0.40 (Unix) mod_ssl/2.0.40 OpenSSL/0.9.6g DAV/2 PHP/4.2.2.
Da
jeder OS-Hersteller spezifische Eigenheiten in seinen TCP/IP Stack
einbaut, kann durch gezielte Massnahmen (z.B. nmap -O) das OS erkannt
werden, indem die empfangenen Pakete genau analysiert werden. Eine
andere Variante ist das passive Mithören des Verkehrs zwischen dem
Zielserver und einem beliebigen Client. Die spezifischen Einstellungen
des TTL (Time-To-Live), des Don't-fragment Bits oder aber der TCP Window Size erlauben entsprechende Rückschlüsse auf das OS.
Massnahmen
gegen die Erkennung des Bestriebssystems sind schwierig. Auf
Applikationseben kann zwar die Begrüssungsmeldung vieler Server
modifiziert werden, der TCP/IP-Stack lässt sich jedoch kaum
modifizieren. Wichtig ist wiederum, dass die Umgebung so abgesichert
ist, dass auch bei Kenntnis des OS ein potentieller Hacker keine Chance
hat.
Nachdem der
Hacker nun die Netzwerktopologie kennt, die Dienste sowie das OS, wird
er versuchen, Löcher zu finden.
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