AVANTEC Know-how
Wie Hacker vorgehen, Teil 4
WLAN Security
WLAN,
WiFi, IEEE 802.11 und ähnliche Begriffe im Zusammenhang mit
Funknetzwerken kursieren seit längerer Zeit in allen Medien. Kein
Wunder ist dieses Thema in aller Munde, denn drahtlose Netzwerke haben
zweifellos viele Vorteile: Der Heimanwender kann bequem vom Sofa aus im
Internet surfen, der Leiter eines KMU kann sich die Kosten für die
Netzwerkverkabelung seiner Büroräume sparen und im Warenhaus profitiert
man von der grossen Flexibilität von mobilen Waagen, Barcodelesern und
Kassensystemen.
Dennoch
gilt es einiges zu beachten, wenn man Funknetzwerke einsetzt. Denn
grundsätzlich sind solche Netze für jedermann zugänglich, der sich im
Empfangsbereich eines WLAN (Wireless LAN) Access-Point befindet. Trotzt
der geringen Sendeleistung von maximal 100mW ist der Empfang der
Funkwellen nicht auf die Räumlichkeiten des Betreibers beschränkt. Mit
einer guten Richtantenne sind die übertragenen Daten auch über
Distanzen von mehreren Kilometern empfangbar.
Für
einen Heimanwender mag es kein Problem sein, wenn die Nachbarn über
seine Infrastruktur im Web surfen. Die wenige benötigte Bandbreite
fällt heutzutage kaum mehr ins Gewicht. Viele betreiben ihre
Zugangspunkte ganz bewusst offen, so wie die Initianten des Vereins
luftnetz.ch, die ein flächendeckendes offenes Funknetz aufbauen wollen
und mit drahtloser Telefonie experimentieren, die unabhängig vom
GSM-Netz ist. Allerdings wird dies in den meisten Firmennetzwerken
anders aussehen: Hier hat kein Aussenstehender etwas im internen
Netzwerk verloren.
Im
letzten Herbst organisierte die Swiss Internet User Group (www.siug.ch)
eine Veranstaltung unter dem Titel Warshopping. Ein kleiner Rundgang in
der Nähe eines grossen Einkaufszentrum zeigte ein erschreckendes Bild:
Dutzende ungeschützte Funknetzwerke wurden gefunden, die meisten davon
unverschlüsselt, Netzwerkdrucker waren frei zugänglich, einige
Access-Points waren bloss durch das vom Hersteller vorgegebene
Standardpasswort geschützt.
Schutzmassnahmen
Die
meisten Funknetzwerke wachsen nach und nach: Für einen Test wird
vorübergehend ein Access-Point in Betrieb genommen, aus dem kleinen
Test wird ein Dauerzustand, und mit der Zeit kommen weitere
Zugangsstationen dazu. Leider werden nur in den wenigsten Fällen
Funknetzwerkumgebungen gut geplant eingeführt.
Damit
keine Daten unerwünschterweise Ihre Firma verlassen und die
Kommunikation berechtigter Nutzer nicht abgehört werden kann, gilt es,
einige Punkte sicherzustellen:
1. Standardpasswort ändern:
So
banal es klingt, ändern Sie unbedingt das Standardpasswort Ihres
Access-Points. Sonst ist es jedermann möglich, Ihren Access-Point
umzukonfigurieren.
2. Zugangsbeschränkung per MAC-Adresse:
Konfigurieren Sie den Access-Point so, dass er Verbindungen nur von ihm
bekannten Netzwerkkarten entgegennimmt. Diese kann er anhand der MAC
(Media Access Control) Adressen identifizieren.
3. SSID verstecken:
Konfigurieren
Sie Ihren Access-Point so, dass dieser die Service Set Identity (SSID)
nicht mehr ganz so offensichtlich verbreitet.
Diese
Massnahmen sind alle mit den Bordmitteln der gängigen Access-Points
umsetzbar und können auch schon einige Leute aus Ihrem Netzwerk
fernhalten. Gegen etwas ambitioniertere Angreifer hilft dies alles
allerdings nur wenig. Denn alle diese Massnahmen lassen sich mit
relativ geringem Aufwand überwinden. Darum hier die zwei wichtigsten
Punkte, die es zu beachten gilt:
4. Kein Access-Point im internen Netz:
Access-Points
müssen in einem physikalisch getrennten Netz betrieben werden (z.B.
DMZ). Zugang zum internen Netzwerk durch die Firewall gibt es nur nach
einer sicheren Authentifizierung. Zudem muss sichergestellt werden,
dass kein Mitarbeiter einen eigenen Access-Point mitbringt und ins
interne Netz hängt (ebenso wie kein interner ans Netzwerk
angeschlossene PC ein Modem eingebaut haben sollte).
5. Kommunikation nur verschlüsselt:
Die
meisten Access-Points unterstützen das Verschlüsselungsverfahren WEP
(Wired Equivalent Privacy). Dieses wurde mit dem Ziel entwickelt, eine
mit drahtgebundenen Netzwerken vergleichbare Sicherheit zu bieten.
Allerdings wurden in den letzten Jahren gravierende Sicherheitsmängel
entdeckt , so dass heute WEP vielleicht noch den Surfer im
Strassenkaffe gegenüber abhalten mag. Es bietet aber keinen sicheren
Schutz Ihrer Kommunikationsdaten. Verwenden sie auf der Funkstrecke
eine starke Verschlüsselung wie zum Beispiel SSH, SSL/TLS oder ein
IPSec-VPN.
Die
oben kurz angetönten Sicherheitsmassnahmen gelten sowohl für
Heiminstallationen wie auch für grössere Umgebungen. Allerdings gilt es
bei letzteren auch einige weitere Punkte zu beachten zum Beispiel auch
in bezug auf die Managebarkeit der Hardware und Software wie auch der
Zugriffsberechtigungen der User auf die im Rahmen dieses Artikels
leider nicht eingegangen werden kann. Nehmen Sie diesbezüglich Kontakt
mit einem Fachmann auf.
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