AVANTEC Know-how
Wie Hacker vorgehen, Teil 5
In der Vergangenheit wurden Attacken
hauptsächlich vom Internet her durchgeführt: Es wurden Schwachpunkte
in Applikationen und schlecht konfigurierten Firewalls ausgenutzt, um
ins interne Netz einzudringen. In den letzten Jahren mehrten sich
entsprechende Angriffe über WLAN und durch Trojaner. Und neuerdings
häufen sich Bedrohungen via Instant Messaging oder via Phishing.
Phishing und Fraud
Phishing
resp. Fraud ist nicht einfach Spam, sondern es handelt sich um eine
gezielte kriminelle Aktion. Fraud-Mails täuschen eine falsche Herkunft
vor und fordern die Benutzer dazu auf, gewisse Daten freiwillig
anzugeben, in der Meinung, es handle sich um eine korrekte Anfrage. So
fordern Sie z.B. gefälschte Mails von Ihrer Bank dazu auf, Ihre
Account-Daten zu verifizieren und dabei auch gleich Passworte und
Kreditkartennummern anzugeben. Verschiedene Techniken werden angewandt,
um die Empfänger in die Irre zu führen:
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Mittels
einfachem Mail-Spoofing wird als Absenderadresse eine korrekte Adresse
beispielsweise der betroffenen Bank verwendet, natürlich ergänzt um
offizielle Logos und korrekte Links.
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Meist
besteht der wichtigste Teil einer Phishing-Mail aus einer URL, die
angewählt werden soll. Dazu gibt es verschiedene Methoden, diese
korrekt aussehen zu lassen: Es wird eine ähnliche Domain gewählt wie
die offizielle, z.B. www.citybank.com oder www-citibank.com, statt
korrekt www.citibank.com. Oder aber durch Subdomains, wie z.B.
www.citibank.com.hackerbank.com.
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Oft
zeigt der Text der URL in der Mail auf eine korrekte Seite, wie z.B.
loginupdate.mybank.com, während der eigentliche darunter liegende Link
auf eine ganz andere Seite zeigt. Mailclients, welche diese URL
anzeigen, wenn mit dem Mauszeiger darüber gefahren wird, werden
folgendermassen ausgetrickst: Ganz offiziell kann dem eigentlichen Link
eine Login-/Passwort-Information vorangestellt werden mit dem Format
http://username:passwort@domain.
Ein Link kann nun also folgendermassen aussehen:
www.mybank.com:loginupdate ----(at)www.hackerbank.com. Da aber die
meisten Mailclients lediglich den Beginn dieser Zeile darstellen
können, wähnt sich der Benutzer sicher.
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Natürlich
lässt sich zur Verschleierung eines Hosts auch dessen IP-Adresse in der
URL einbinden. Oder aber diese IP-Adresse wird in harmlos aussehende
Dezimalzahlen umgerechnet und dann landen Sie z.B. mit
http://3267307590 bei www.avantec.ch (194.191.40.70 = 194*2563+191*2562 +40*256 +70).
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Gewisse
Phishing-Attacken informieren den Empfänger, dass ein gewisser Betrag
von seiner Kreditkarte abgebucht wurde und liefern dazu einen Link zur
Überprüfung, der keine Informationen enthält, aber dafür einen
Trojaner/Keylogger auf dem Computer des Opfers installiert.
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Raffinierten
Fraudsters gelingt es auch, eine offizielle Bankenwebsite anzuwählen
mit einigen korrekten Frames, aber in einem der Frames erscheint eine
gefälschte Seite (Cross-Domain-Zugriffe resp. Frame-Spoofing). Da sogar
das Eingabefeld die korrekte URL enthält, sind diese Seiten sehr
schwierig zu erkennen. Nutzen Sie die aktuellste Version Ihres
Browsers.
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Neuste
Phishing-Mails warnen sogar selbst vor Phishing und geben Tipps ab, wie
Phishing erkannt werden kann, um dann ganz frech die Leserschaft zur
Überprüfung der Daten auf eine gefälschte Site zu locken.
Auf
jeden Fall benötigen Sie eine effiziente Antispam-Software, welche
sowohl Spam- als auch Phishing/Fraud-Mails erkennt und blockiert.
Ergänzende Schutzmassnahmen bietet Websense: Eine der Kategorien
blockiert bekannte Fraud-Sites, Sites mit Spyware/Trojanern usw. Sie
können sich also persönlich dagegen schützen, aber wie schützt sich
eine Bank dagegen, Opfer von Phishing-Mails in ihrem Namen zu werden?
Folgende Massnahmen sind möglich:
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Warnung und Aufklärung der Kontoinhaber.
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Über
Analyse der Webserver-Logfiles lässt sich bei einer Häufung von so
genannten Referers Rückschlüsse ziehen auf die Zugriffe über gefälschte
Sites, und diese lassen sich dynamisch umleiten auf eine Warnseite.
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Am
besten fahren diejenigen Banken, die einen dedizierten
Anti-Fraud-Dienst bei einem spezialisierten Unternehmen abonnieren:
Diese Anbieter verfügen über ein Netzwerk von «Honeypot»-Mail-accounts,
welche Spam- und Fraud-Mails empfangen (bei Symantec Brightmail
beispielsweise 2 Mio. Accounts). Alle diese empfangenen Mails werden
nun verglichen mit den von der Bank benutzten Domains. Wenn Mails
gefunden werden, welche die Absenderadresse dieser Bank tragen, so wird
dieser Kunde sofort informiert.
Grundsätzlich
gilt: Misstrauen Sie allen Links, die Sie zur Eingabe von vertraulichen
Angaben auffordern und überprüfen Sie diese immer. Banken würden ihre
Kunden nie per E-Mail dazu auffordern, diese Angaben einzugeben,
genausowenig, wie Microsoft ihren Kunden per E-Mail einen Patch
zusenden würde. Um sicher zu gehen, sollten Sie die Website Ihrer Bank
immer nur durch manuelle Eingabe der URL oder durch das Anwählen eines
Bookmarks aufrufen.
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